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Neuropathische Schmerzen werden als Nervenschmerzen oder im Fachterminus auch als Neuralgie bezeichnet. Sie beruhen auf der Irritation oder der Schädigung des peripheren oder zentralen Nervensystems. In der Regel sind Neuropathische Schmerzen chronisch, sie treten länger als 3-6 Monate auf. Nervenschmerzen äußern sich als kurzzeitig einschießende, elektrisierende oder brennende Schmerzen, die durch bestimmte Reize ausgelöst werden können. Generell können sowohl sensible Ausfälle wie auch Missempfindungen oder Überempfindlichkeit durch die Krankheit entstehen.

Im Normalfall erfolgt der Schmerzmechanismus durch Reize von außen. Kälte, Hitze, Berührungen oder Verletzungen werden von der Haut wahrgenommen, über die Nervenenden aufgenommen und als elektrischer Impuls vom Rückenmark zum Zwischenhirn geleitet. Dort werden diese Nervenimpulse verarbeitet und zur Großhirnrinde weitergeleitet, wo die Impulse als Empfindungen, wie z.B. Schmerz wahrgenommen werden. Ist dieses Übertragungssystem gestört, können Schmerzen empfunden werden, obwohl in Wirklichkeit kein oder nur eine geringfügiger Reiz auf den Körper einwirkt. Der Schmerz dient dann nicht mehr als Warnsignal, sondern ist selbst zur Krankheit geworden. Beispielsweise kann sich eine Berührung mit einem Wattestäbchen bei dem Betroffenen als stechender Schmerz äußern.

In Deutschland leiden schätzungsweise 6 Prozent der Bevölkerung an der Neuralgie, dass entspricht ca. 5 Millionen Menschen. Allerdings ist die Erkrankung durch die unterschiedlichen Symptome nur schwer diagnostizierbar. Es leiden daher wahrscheinlich mehr Menschen unter der Krankheit als bisher bekannt. Die häufigsten Formen der Erkrankung sind die Trigeminusneuralgie, d.h. die Schädigung des Nervus trigeminus, das Karpaltunnelsyndrom oder Phantomschmerzen nach einer Amputation.

Um die Neuralgie zu diagnostizieren, ist eine gute Anamnese durch den Arzt unentbehrlich. Durch eine genaue Schilderung zur Qualität und Lokalisierung der Schmerzen durch den Patienten kann der Arzt die Erkrankung von anderen Schmerzformen abgrenzen. Daneben ist eine vollständige neurologische Untersuchung unabdingbar. Dabei wird der gesamte Körper auf eine Überempfindlichkeit bei Temperatur, Druck und Berührungen getestet sowie der Kreislauf überprüft. Die Quantitative Sensorische Testung (QST) ist ein zusätzlicher Sensibilitätstest. Anhand der gesamten Messergebnisse kann ein genaues Bild der Empfindungsstörung ermittelt werden.

Die Behandlung der Erkrankung ist hauptsächlich symptomatisch ausgerichtet. Bei den Betroffenen werden aktive Bewegungsübungen, Entspannungstherapien, physikalische Therapien, Übungen zur Schmerzbewältigung und auch medikamentöse Verfahren eingesetzt.